Podiumsdiskussion: „KI als Basistechnologie"
Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant zur Schlüsseltechnologie unserer Zeit, und wird in der jüngeren Vergangenheit breit im öffentlichen Rahmen diskutiert. Einen besonderen Stellenwert nimmt hierbei auch die Bildungsebene ein. Welche Herausforderungen und Veränderungen stehen unseren SchülerInnen also unmittelbar bevor, und welche Verantwortung übernehmen die unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Bildung dabei?
Dieser zentralen Frage wurde vergangenen Freitag, 10.04., im Sinne einer hochkarätig-besetzten Podiumsdiskussion an der HAK1 International Klagenfurt nachgegangen. Die vereinfachte Antwort: Der Umgang mit KI muss künftig integraler Bestandteil von Schule, Hochschule und Arbeitswelt sein. VertreterInnen aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik betonten übereinstimmend die Notwendigkeit, junge Menschen nicht nur technisch, sondern auch kritisch und verantwortungsvoll im Umgang mit KI zu schulen. „KI ist ein leistungsfähiges Werkzeug – entscheidend ist, wie wir es einsetzen“, so der Tenor der Diskussion. Neben Fachwissen rücken vor allem Medienkompetenz, ethisches Bewusstsein sowie die Fähigkeit zum kritischen Denken stärker in den Fokus.
Und: Gewisse überfachliche Kompetenzen – etwa Sprachverständnis, Allgemeinbildung, allen voran aber die soziale, zwischenmenschliche Komponente, wird immer wichtig(er) bleiben! KI-Experte Patrick Ratheiser ist sich sicher: „In Bereichen Kreativität und Innovation bleibt der Mensch noch Spitzenreiter“. Landesrat Peter Reichmann ergänzt: „Die Recherche wird natürlich erleichtert, aber die soziale Kompetenz wird bleiben, wenn ich mich beispielsweise medizinisch in einer schwierigen Lage befinde, dann möchte ich auch einen Menschen vor mir haben, der diese Berichte/Ergebnisse deutet und mir persönlich hilft.“
Einigkeit herrschte darüber, dass KI kein isoliertes Unterrichtsfach sein sollte, sondern als Querschnittsmaterie in allen Fächern verankert werden muss. Dennoch, so Landtagsabgeordneter Stefan Sandrieser, würde ein zusätzliches Schwerpunktfach, wie wir es beispielsweise mit dem noch jüngeren UF „Soziales Lernen“ kennen, Sinn machen.
Auch die Arbeitswelt befindet sich im Umbruch: Während Start-ups KI bereits intensiv nutzen, besteht in vielen Unternehmen noch Aufholbedarf. Mag. Harald Jenull, Direktor des Tech Transfer Office der AAU sieht große Chancen in Produktivitätssteigerungen, während Mag. Jürgen Kopeinig von der AK jedoch vor wachsenden Ungleichheiten sowie mangelnder Mitbestimmung von ArbeitnehmerInnen bei der Einführung neuer Technologien warnt.
Neben Chancen wurden auch Risiken klar benannt: Datenschutz, ethische Fragestellungen und mögliche gesellschaftliche Auswirkungen – etwa auf zwischenmenschliche Kommunikation oder kognitive Fähigkeiten – erfordern einen bewussten und regulierten Einsatz. Gleichzeitig wurde betont, dass Europas größtes Risiko darin liege, den technologischen Anschluss zu verlieren.
Abschließend unterstrichen die Diskutierenden die Bedeutung von lebenslangem Lernen und Eigeninitiative: Nur wer bereit ist, sich aktiv mit KI auseinanderzusetzen, kann die Chancen dieser Technologie nutzen und ihre Risiken verantwortungsvoll gestalten. Diesen Initiativgedanken können wir alle wohl genauso unterschreiben – und genau hier soll das geplante Projekt zwischen der Alpe-Adria Universität und HAK1 International – von der wissenschaftlichen Didaktik hin zur Unterrichtspraxis – entscheidend eingreifen.
Text: Thomas Plieschnegger, HAK1 International