Wird der Demokratie ein Maulkorb verpasst?
Ein neues Workshopformat zu einem brennenden Thema unserer Zeit – Pressefreiheit vs. Zensur – beschäftigte die 3EHH. Nach kurzem Input von Historikerin, Autorin und Schreibberaterin Dr. Alexandra Bleyer, die in das Thema einführte, erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen Stegreif-Theaterstücke: Dabei wurde eine Pressekonferenz in den USA einer Pressekonferenz in Nordkorea gegenübergestellt; eine dritte Gruppe zeigte die Interaktion (per Telefon) der Redaktion einer Tageszeitung mit der Presseabteilung der Regierung. Das Publikum – bestehend aus einer Gastklasse (3DHH) – lauschte gespannt und wurde dann zu den Eindrücken befragt: Welche Unterschiede lassen sich zwischen Diktatur und Demokratie feststellen? Wie können angesichts strenger Zensurgesetze und scharfer Polizeikontrolle Informationen verbreitet werden? Dabei wurden zudem die Angriffe auf unabhängige, kritische Journalisten mit vollem Körpereinsatz dargestellt. Hingegen brachten die Journalistinnen und Journalisten im Weißen Haus den Präsidenten mit ihrem beharrlichen Nachhaken in Erklärungsnotstand. Von der dritten Gruppe wurde anschaulich gezeigt, wie Regierungsmitarbeiterinnen Journalistinnen zu beeinflussen versuchten: „Wenn Sie den Bericht veröffentlichen, gibt es Konsequenzen!“ Doch davon ließ man sich in der Redaktion mit Verweis auf den 1. Zusatzartikel zur Verfassung und unter Berufung auf die eigene Verantwortung als „Vierte Gewalt“ nicht beeindrucken. Der kritische Artikel erschien.
Das auf der Bühne Erlebte zeigte in erschreckender Klarheit, welchen Angriffen Demokratie und Meinungsäußerungsfreiheit ausgesetzt sind und wie wichtig es ist, mit wachem Geist und kritischem Blick durch die Medienlandschaft zu navigieren.